Das Wochenende steht vor der Tür und für viele auch der Großeinkauf oder eine gemütliche Shoppingtour am Samstag. Wer Geld sparen möchte, der sollte folgenden simplen Trick beherzigen: Don´t touch – nicht berühren! Denn alles, was wir berührt haben, bekommt einen größeren Reiz, es zu kaufen: Der kuschelige Kaschmirpullover, das schicke Ledertäschchen, die prallen Tomaten. Und: Wenn wir es erst mal in den Händen halten, dann wird auch der Preis zweitrangig … denn dann greift der Endowment Effect.
Warum funktioniert der Trick, Dinge nicht anzufassen, um Geld zu sparen? Dahinter steckt clevere Konsumpsychologie – hier die spannenden Hintergründe:
1. Der “Besitzeffekt” (Endowment Effect)
- Sobald wir etwas berühren, entwickelt sich unterbewusst das Gefühl, es schon zu besitzen.
- Studien zeigen: Berührung erhöht die emotionale Bindung – der Preis wird plötzlich unwichtiger.
- Beispiel: Der Kaschmirpulli fühlt sich weich an? Zack – wir wollen ihn, auch wenn er 200€ kostet.
Was ist der Endowment Effect?
- Definition: Menschen bewerten Gegenstände, die sie besitzen, höher als identische Dinge, die sie nicht besitzen.
- Beispiel: Du würdest für deine gebrauchte Kaffeetasse mehr Geld verlangen, als du bereit wärst, für eine identische Tasse zu zahlen.
- Ursprung: Der Begriff geht auf den Nobelpreisträger Richard Thaler zurück, der den Effekt in Experimenten nachwies.
Wie funktioniert das?
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Besitz schafft emotionale Bindung
- Sobald wir etwas besitzen, entwickeln wir eine Art “Eigentümerstolz”.
- Beispiel: Beim Einkaufen fühlt sich ein Pullover, den man anprobiert hat, plötzlich “schon fast wie meins” an.
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Verlustaversion (Loss Aversion)
- Menschen fürchten Verluste stärker, als sie sich über Gewinne freuen.
- Folge: Wir verlangen mehr für den Verkauf, weil wir den “Verlust” des Besitzes vermeiden wollen.
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Status-Quo-Verzerrung
- Wir bevorzugen den aktuellen Zustand – Veränderung fühlt sich riskant an.
2. Sensorische Verführung
- Supermärkte setzen bewusst auf haptische Reize:
- Obst wird prall präsentiert („Anfassen erlaubt!“).
- Kleidung liegt oft ohne Verpackung in Reichweite.
- Unser Gehirn bewertet Dinge, die wir anfassen, als wertvoller
3. Impulskäufe durch Berührung
- 70% der Kaufentscheidungen werden spontan im Laden getroffen (Konsumforschung).
- Berührung löst Dopamin aus – das Glückshormon, das uns belohnt, wenn wir „etwas Schönes“ halten.
- Trick der Händler: Gratis-Proben anbieten, um den „Ich will das!“-Effekt zu triggern.
Also Händchen brav in den Hosentaschen verstecken!