Hör auf, Organzier-Boxen zu kaufen! Die 3 Dinge, die du stattdessen brauchst

Ich mache mich heute unbeliebt, aber ich sage es dir direkt: Die richtige Aufbewahrungsbox ist eine Lüge. Die Organizer-Industrie verkauft dir diese Boxen, um dein schlechtes Gewissen zu beruhigen. Aber das wahre Problem ist nicht die fehlende Box. Das wahre Problem ist die Überforderung, die von zu viel Zeug kommt.

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Warum uns Boxen so verführen

Und warum fallen wir dann immer wieder auf die richtige Aufbewahrungsbox rein? Ganz klassisch: Weil es sich so verdammt gut anfühlt. Eine neue Box gibt uns sofort das Gefühl von Kontrolle. Sie verspricht: Hier wird alles ordentlich. Es ist psychologisch einfach viel einfacher, etwas Neues zu kaufen, als die wirklich harte Entscheidung zu treffen: Was kann eigentlich alles weg?

die richtige Aufbewahrungsbox

Der Endowment Effekt

Dann kommt der Endowment-Effekt: Sobald wir etwas in so eine schöne Box packen, finden wir es auf einmal wertvoller. Aus dem alten, zusammengeknüllten Geschenkband wird auf einmal “Bastelmaterial”, das man ja noch gebrauchen kann.

Boxen sind ein teurer Aufschub der eigentlichen Arbeit. Sie sind die Ausrede, warum wir nicht ausmisten müssen. “Ich kann doch nichts wegwerfen, ich habe doch extra diese Box dafür gekauft!” Aber die Überforderung, die dich heute plagt, die kommt von der Masse an Entscheidungen, die du jeden Tag triffst. Und Boxen, die vollgestopft sind mit Zeug, das du nicht brauchst, machen diese Entscheidungsmüdigkeit nur noch schlimmer. Sie sind nicht die Lösung. Sie sind nur das Pflaster auf einer Wunde.

Die erste Sache: die Mülltüte

Und genau hier kommen wir zur ersten und wichtigsten Sache, die du stattdessen brauchst. Die harte Entscheidung des Ausmistens. Das ist der Schritt, den fast jeder überspringt, weil er wehtut. Weil Loslassen wehtut, selbst bei kaputten Dingen oder dem fünften Paprikapulver.

Weißt du, warum du dich überfordert fühlst? Weil dein Gehirn ständig mit Dingen beschäftigt ist. Jedes einzelne Teil, das rumliegt, fragt dein Unterbewusstsein: “Bin ich wichtig? Wirst du mich noch brauchen?” Und das summiert sich zu diesem riesigen, unerträglichen Gefühl von “Ich schaff das alles nicht.” Die Lösung ist nicht, diese Fragen in Boxen zu verstecken. Die Lösung ist, die Fragen zu beantworten. Und zwar mit Nein. Mit “Weg damit.”

Dein Produkt für diesen Schritt ist etwas, das du garantiert schon zu Hause hast: einen großen Müllsack. Mit jedem Ding, das in die Tüte wandert, wird dein Gehirn nun entspannter. Und am Ende hast du nicht nur weniger Zeug – du hast weniger Entscheidungsmüdigkeit für deinen Alltag. Morgen früh, wenn du kochst, musst du nicht mehr überlegen, welches Paprikapulver du nimmst. Es gibt nur noch eins. Die Entscheidung ist schon gefallen.

Die Wahrheit über feste Plätze

Und jetzt kommt der zweite Punkt, und der klingt erstmal wie eine weitere Box. Ist er aber nicht. Nach dem Ausmisten hast du Platz geschaffen. Jetzt geht es darum, diesem Platz eine klare Aufgabe zu geben. Die zweite Sache, die du brauchst, ist für jedes Ding braucht ein Zuhause, eine klare Adresse, bevor es überhaupt daran denkt, eine Box zu bekommen.

Chaos ist nichts anderes als Dinge ohne festen Wohnsitz. Die sind obdachlos. Die wandern von hier nach da und erzeugen dieses Gefühl von Unordnung, selbst wenn alles sauber ist. Ein fester Platz ist wie eine klare Ansage an dein Gehirn: “Hier wohnt das. Und nur das.”

Dein Produkt für diesen Schritt ist kein gekaufter Organizer. Dein Produkt ist das, was schon da ist: Ein Regalfach. Eine Schublade. Eine bestimmte Ecke. Das ist dein “Platz- Budget”. Du musst dir die ganz einfache, aber radikale Frage stellen: Wie viel Platz in meiner Küche will ich eigentlich für Gewürze opfern? Ist es dieses eine Regalbrett? Ist es die kleine Schublade links neben dem Herd? Du entscheidest das Budget. Du sagst: “Für Gewürze steht nur dieser Platz zur Verfügung.” Punkt.

Und jetzt kommt der geniale Teil: Die Menge an Gewürzen, die du behalten darfst, muss in dieses Budget passen. Nicht umgekehrt! Du kaufst nicht eine neue Box, weil die Gewürze nicht reinpassen. Nein, die Gewürze müssen sich an den Platz anpassen. Wenn das Regalbrett voll ist, ist Schluss. Dann musst du eine Entscheidung treffen. Welches Gewürz ist weniger wichtig? Welches kann weg?

Dieses “Platz-Budget” zwingt dich zur Priorisierung. Es macht dir bewusst, was du wirklich brauchst und was nur rumsteht. Und das Schöne ist: Wenn jedes Ding sein Zuhause hat, entsteht Ordnung fast von alleine.

Jede richtige Aufbewahrungsbox braucht einen “Zweck”

Und jetzt der entscheidende Unterschied, der eine Box zu einer Lösung macht: eine Box für einen definierten Zweck Eine Box für “Bastelsachen der Kinder” ist ein definierter Zweck. Da weißt du, was reingehört. Eine Box, die du kaufst, um den “Kram” von der Arbeitsplatte zu räumen, ist eine Blackbox der Unordnung. Dahin wandern die Dinge, für die du keine Entscheidung treffen wolltest.

Eine bewusste Aufbewahrung hat eine klare Kategorie. Dein Gewürzregal ist die zum Beispiel die klare Kategorie. Hier wohnen die Gewürze, die ich regelmäßig benutze. Alles andere hat hier nichts verloren. Wenn du diesen festen Platz definierst, bevor du irgendetwas kaufst, dann verhinderst du das Chaos, bevor es entsteht.

Die dritte Sache: Der radikale Kaufstopp

Und jetzt kommen wir zum dritten Punkt, der alles zusammenhält und den Kreislauf endgültig durchbricht. Du hast ausgemistet, du hast deinen festen Platz definiert. Aber was passiert, wenn du die Quelle des Chaos nicht stoppst? Dann füllt sich die Lücke, die du mühsam geschaffen hast, sofort wieder. Die dritte Sache, die du brauchst, ist deshalb der radikale Kaufstopp. Du musst den unendlichen Zufluss von neuem Zeug unterbrechen.

Dein Produkt für diesen Schritt ist ein einfaches Notizbuch. Oder eine Checkliste auf deinem Handy. Das klingt vielleicht unscheinbar, aber es ist dein mächtigstes Werkzeug gegen den Impulskauf. Bevor du überhaupt daran denkst, etwas Neues zu kaufen – und jetzt kommt die eine Frage, die

alles verändert – musst du dir stellen: “Wo soll das Ding wohnen?”

Diese eine Frage zwingt dich, den festen Platz, den du definiert hast, ernst zu nehmen. Du willst ein neues, tolles Gewürz? Super! Zeig mir den freien Platz in deinem Gewürzregal. Ist da einer? Nein? Dann passt es nicht rein. Dann hast du zwei Möglichkeiten: Du lässt das neue Gewürz im Regal stehen. Oder du musst ein altes Gewürz ausmustern, um Platz zu schaffen. Das ist die Eins-rein-eins-raus-Regel. Sie ist das absolute Minimum, um dein System stabil zu halten.

Und genau dafür ist das Notizbuch da. Du führst eine kleine Liste von dem, was du schon hast. “Gewürze: Paprikapulver, Thymian, Oregano, Curry…” Bevor du in den Supermarkt gehst, wirfst du einen Blick drauf. Du siehst sofort: Ah, ich habe schon Paprikapulver. Ich brauche keins. Das klingt so banal, aber es verhindert, dass du aus reiner Gewohnheit oder Unwissenheit den fünften Paprikapulver-Kauf tätigst. Es unterbricht den Autopiloten, der dich in die Überforderung geführt hat.

Und das ist nachhaltiger als jede Organizer-Box, die je produziert wurde. Eine Box verbraucht Ressourcen bei der Herstellung, kostet dich Geld und löscht am Ende nur Symptome. Ein Kaufstopp spart dir Geld, schont die Umwelt an der Wurzel und befreit dich mental.

Warum das System zusammenbricht, wenn ein Schritt fehlt

Und jetzt kommen wir zu dem Teil, warum diese drei Dinge so untrennbar zusammengehören. Es ist wie ein Dreibein. Wenn ein Bein fehlt, kippt der ganze Stuhl um.

Was passiert, wenn du großartig ausmistest, aber den Kaufstopp ignorierst? Das ist der klassische Jo-Jo-Effekt des Aufräumens. Du hast heute dein Gewürzregal mit der Mülltüte befreit, es ist so schön leer und luftig. Aber nächste Woche stehst du im Supermarkt, siehst ein neues, verlockendes Gewürz und denkst dir: “Ach, das probier ich mal aus.” Du kaufst es, ohne an dein Platz-Budget zu denken. Es kommt ins Regal. Und dann noch eins. Und noch eins. Innerhalb von zwei Monaten ist das Regal wieder genauso voll und überfordernd wie vorher.

Noch schlimmer ist das andere Szenario: Was passiert, wenn du die richtige Aufbewahrungsbox kaufst, aber das Ausmisten komplett überspringst? Das ist die häufigste Falle. Du kaufst die perfekte Gewürzaufbewahrung, freust dich wie toll das aussieht, und dann stopfst du einfach ALLE deine Gewürze da rein. Die abgelaufenen, die doppelten, die exotischen. Die Box ist jetzt randvoll. Sie sieht von außen ordentlich aus, aber innerlich ist sie ein einziger Haufen ungetroffener Entscheidungen. Jedes Mal, wenn du die Box öffnest, um ein Gewürz zu suchen, wirst du mit dieser unübersichtlichen Masse konfrontiert. Der Kaufrausch für die nächste, noch bessere Box ist dann schon vorprogrammiert.

richtige Aufbewahrungsbox

Wann die richtige Aufbewahrungsbox wirklich hilft

Nach all dieser Kritik an Boxen kommt jetzt aber die große Ausnahme. Denn es gibt Situationen, da kann die richtige Aufbewahrungsbox tatsächlich dein bester Freund sein. Der entscheidende Unterschied liegt immer in der Vorarbeit. Eine Box ist dann hilfreich, wenn sie als Werkzeug dient, um eine Entscheidung zu unterstützen, die du bereits getroffen hast. Nicht, um eine Entscheidung zu ersetzen, die du nicht treffen willst.

Wenn du erstens ausgemistet hast und zweitens einen festen Platz für eine klare, definierte Kategorie festgelegt hast. Erst dann darfst du dir die Frage stellen: Brauche ich hier eine Box, um diesen festen Platz besser zu nutzen oder zu schützen?

Deshalb ist die eine Frage, die du dir vor jedem Boxen-Kauf stellen musst, nicht “Wo kann ich das hinstellen?”, sondern: “Für welche genau definierte Kategorie von Dingen, die ich bewusst behalten habe, wird diese Box das Zuhause sein?” Wenn du diese Frage nicht sofort und konkret beantworten kannst – “Für die Schneiderutensilien, die nach dem Ausmisten übrig geblieben sind” – dann lass die Box im Regal stehen. Dann brauchst du sie nicht. Dann willst du sie nur, um das unangenehme Gefühl der Überforderung kurzfristig zu betäuben.

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Über Sabine
Ordnung war schon immer eine Leidenschaft von mir. Eine ordentliche Wohnung ruft tiefe Entspannung und Freude bei mir hervor! Leider, leider bin ich eine faule Socke, die zwar sortierte Wäsche liebt, aber eigentlich lieber ein Buch lesen würde. Also machte ich mir Gedanken zu folgender Frage: „Wie kann ich eine maximal ordentliche Wohnung mit minimalem Einsatz bekommen?“ Und das ist nun meine Mission! Viel Ordnung mit wenig Aufwand!
 

Hier findest du alle Beiträge von Sabine.

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